Montag, 23. November 2015

Heimat

Immer schon ein Thema in mir und um mich herum, ewig, seit ich denken kann. Und vielleicht schon davor.

Ein Thema, das gerade überstrapaziert wird?
Trotzdem ist es da.

Was ist Heimat?
Angeregt durch zwei Reportagen, Blogbeiträge und Bücher möchte ich mir HEIMAT genauer ansehen, Geschichten dazu schreiben. Dabei ist klar, dass es eine beinahe unendliche Reihe von Texten gibt, die sich mit diesem Begriff sehr unterschiedlich und seit Jahrhunderten beschäftigen.
Dann lasst uns diese Reihe mal erweitern!

Hier ein paar passenden Links zum Einstimmen:

www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Friedland,sendung421236.html

daserste.ndr.de/beckmann/sendungen/Neue-Heimat-Einwanderer-in-Deutschland,neueheimat104.html

juttareichelt.com/category/versuche-uber-heimat/

www.blaumeier.de/de/shop/?we_objektID=  "Heimat - Ein Fotografiebuch" als Projekt des Bremer Blaumeier-Atelier.


Das Gefühl sei nicht vermittelbar, sagt Senta Berger in einem Beitrag der ARD-Themenwoche vom 4.-10. Oktober 2015 und beschreibt die Geräusche, Gerüche und ein bestimmtes Licht, das sie mit ihrer Vorstellung von Heimat verbindet.
Sunnyi Melles Eltern sind im Zweiten Weltkrieg emigriert. Für sie ist Heimat mit dem Ort verbunden, an dem die Familie zusammen ist. Eine gemeinsame Sprache gehört für sie ebenso zum Heimatgefühl.
Ein Syrer in einem Beitrag bei Beckmann sagt, Heimat sei da, wo er in Ruhe leben könne, wo er akzeptiert werde und seine Kinder eine Zukunft hätten.

Was ist Heimat für euch?
Ich freue mich über Texte - große, kleine oder weitere Links zum Thema.

Kommentare:

  1. Brücken

    Das mühsame Erschaffen von Heimat, hin und wieder der unbedingte Glaube, ohne sie zu sein. Bis es zur Katastrophe kommt. Da ist dann wirklich kein Stein mehr, den ich erkenne, kein Wort, das ich verstehe, kein Gesicht, das mir vertraut sein darf.
    Gibt es Heimat in mir? Kann ich mir selbst eine sein, auch wenn Verbündete, mit mir Verbundene fehlen?
    Gibt es Heimat ohne Raum, ohne gemeinsame Sprache, die Humor und Austausch bedingt?
    Nicht nur Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Hunger und anderen Bedrohungen sind, werden heimatlos.
    Demenz zum Beispiel ist eine Krankheit, die isoliert, eine gewohnte Umgebung fremd erscheinen lässt, aus Familienmitgliedern und Freunden vermeintliche Feinde machen kann.
    Auch psychische Erkrankungen isolieren und nehmen jegliches Gefühl von Verbundenheit. Für Flüchtlinge mit Trauma bedeutet das einen doppelt schweren Schlag.

    Kennt nicht jeder Halt- und Heimatlosigkeit, wenn auch nur für Momente? Sie löst Angst aus, wird zur Wut oder lähmt uns. Jeder Handschlag wird zu viel, jede Entscheidung zur Unmöglichkeit, jeder Sonnenstrahl eine Qual.
    Erinnern wir uns an diese Momente - nicht, damit es uns schlecht geht, sondern um nachzufühlen, wie es denen geht, die heimatlos geworden sind. Damit wir eine Brücke zu unserer Heimat bauen können.


    Meine Heimat

    Mein Haus,
    mein Garten,
    meine Straße,
    meine Stadt.
    Meine Freunde,
    Familie,
    unsere gemeinsame Sprache.
    Mein Arbeitsplatz,
    meine Schule,
    meine Ordnung,
    meine Jahreszeiten.
    Meine Möbel,
    mein Schmuck,
    mein Lieblingskleid.
    Mein Handy,
    mein Computer,
    mein Auto,
    mein Fernseher.
    Meine Bücher,
    meine Bilder,
    meine Katze,
    meine Kerzen.
    Mein Essen,
    mein Arzt,
    mein Bäcker.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die beiden 'Heimatgeschichten' bzw. Kurztexte, die mir sehr gefallen!
      Vielleicht können sie Einzug in ein Buch finden, das ich für nächste Kurse plane?
      Ich freue mich über Kontakt und grüße herzlich
      Sylvia

      Löschen