Entgeistert starrte sie auf die geöffnete Schachtel in ihrer Hand. Wie einen Würfelbecher stülpte sie das Samtkästchen auf den Tisch.
»Ich habe ihn von meinem ersten Gehalt gekauft. Für dich.« Karl spürte, dass sich Schweißtropfen auf seiner Stirn bildeten.
Seine Mutter hob die Schachtel, als würde sie eine giftige Spinne darunter vermuten. Auf dem noch gedeckten Frühstückstisch glänzte das polierte Silber im Sonnenlicht zwischen Brötchenkrümeln, Käserinde und Eierschalen.
»Machst du das eigentlich mit Absicht?«, fragte sie schneidend, aber leise.
Karls Hände zitterten und er steckte sie in die Hosentasche. Was meinte sie damit: Absicht?
»Unglaublich.« Sie hob den Ring mit spitzen Fingern und betrachtete ihn in der Morgensonne. Vielleicht gefiel er ihr doch?
»Du kannst doch nicht wirklich so blöd sein und glauben, so etwas Geschmackloses würde ich tragen.«
Bis jetzt hatte sie ihm noch nicht ins Gesicht gesehen, und Karl fürchtete sich vor dem Moment, in dem sie es tun würde.
Der Ring lag starr auf ihrer Handfläche. Sie betrachtete das sanft gebogene Silber, berührte die glitzernden Smaragde, die als Augen dienten. »Ein Schwanenring! Auch noch mit giftig grünen Augen!« Jetzt durchbohrte und lähmte ihr Blick ihn. »Warum?«
Karl zuckte die Achseln. Seine Stimme war erloschen, genauso wie die Hoffnung, sie könnte sich über sein Geschenk freuen.
Mit einem katzenhaften Sprung schnellte sie von ihrem Stuhl, packte Karl im Nacken und zwang ihn, aufzustehen. Dann stieß sie ihn bis zur Vitrine im Wohnzimmer.
Mit bebenden Fingern deutete sie auf den Platz, auf dem die Tänzerin einmal gestanden hatte und der seit Langem verwaist war. »Genügt dir das nicht? Was? Antworte! Willst du mich erniedrigen? Quälen?«
»Aber Mutter! Ich würde dir nie ...«
»Ach was! Du bist doch auch nicht besser, du Bastard!«
Ein kleines Stück Text aus Kapitel 8 und der Lesung zu "Spiel der Tänzerin".
Am Donnertstag, den
5. November um 19.00 Uhr
lese ich im
Café Lisboa
Friedrich-Ebert-Str. 121
28201 Bremen.
Das kleine Café befindet sich an der Ecke zur Lahnstraße und in der Nähe des Leibnizplatzes.
Diese Lesung zum aktuellen Roman ist vorerst die letzte.
Als nächstes Projekt möchte ich Kurzgeschichten veröffentlichen, und zwar gern mit anderen Autorinnen und Autoren zu einem ausgesuchten Thema. Dazu mehr in den nächsten Tagen.
Vielleicht bis zum 5. November oder dem Schreibkurs, der am 11. November beginnt.
Bis dahin + liebe Grüße
Sylvia
Autorinnenseite für Romane, Kurzgeschichten, Songtexte, Schreibkurse, Kontakte
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Samstag, 17. Oktober 2015
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Geschichten - Geschenk
Morgen findet meine Lesung in Fischers Treff, Friedrich-Karl-Str. 101, 28211 Bremen statt. Ina Schulze, die für den Weser Kurier schreibt, hat einen Artikel über den Roman und mich verfasst, der heute in zwei Stadtteilbeilagen erschienen ist und meine Erwartungen weit übertroffen hat. Danke für die Mühe und somit Werbung, liebe Ina Schulze!
Für all die, die morgen ab 19.00 Uhr dem 'Spiel der Tänzerin' zuhören möchten, habe ich eine meiner Kurzgeschichten ausgedruckt - als zusätzliches Geschichten-Geschenk für euch.
Ich freue mich auf den Abend.
Sylvia
Für all die, die morgen ab 19.00 Uhr dem 'Spiel der Tänzerin' zuhören möchten, habe ich eine meiner Kurzgeschichten ausgedruckt - als zusätzliches Geschichten-Geschenk für euch.
Ich freue mich auf den Abend.
Sylvia
Sonntag, 20. September 2015
Psychodrama in Fischers Treffpunkt
Ich lese wieder aus dem Roman "Spiel der Tänzerin"
am Freitag, den 2. Oktober 2015
um 19.00 Uhr
in Hanni und Hanns-Gerd Fischers Bridge-Treffpunkt
"Fischers"
Friedrich-Karl-Str. 101
28211 Bremen
Das Ehepaar Fischer bewirtet die Gäse mit Wasser und Wein, süßen und herzhaften Kleinigkeiten und viel Charme.
Wenn ihr neben meiner Lesung Interesse am Bridge habt, könnt ihr euch gern mit Fischers in Verbindung setzen:
Fischers Treffpunkt
0421-46889636 oder 494577
www.fischers-treff.de
hg-fischer@fischers-treff
Neben dem Bridgespiel werden Ausstellungen und Lesungen geboten. Außerdem vermieten Fischers die Räume vormittags und am Wochenede, z.B. für Kurse.
Ich freue mich über euren Besuch zu meiner Lesung, auf anschließende Gespräche und Fragen.
Wie jedes Mal sammle ich Spenden für die Bremer Tafel.
am Freitag, den 2. Oktober 2015
um 19.00 Uhr
in Hanni und Hanns-Gerd Fischers Bridge-Treffpunkt
"Fischers"
Friedrich-Karl-Str. 101
28211 Bremen
Das Ehepaar Fischer bewirtet die Gäse mit Wasser und Wein, süßen und herzhaften Kleinigkeiten und viel Charme.
Wenn ihr neben meiner Lesung Interesse am Bridge habt, könnt ihr euch gern mit Fischers in Verbindung setzen:
Fischers Treffpunkt
0421-46889636 oder 494577
www.fischers-treff.de
hg-fischer@fischers-treff
Neben dem Bridgespiel werden Ausstellungen und Lesungen geboten. Außerdem vermieten Fischers die Räume vormittags und am Wochenede, z.B. für Kurse.
Ich freue mich über euren Besuch zu meiner Lesung, auf anschließende Gespräche und Fragen.
Wie jedes Mal sammle ich Spenden für die Bremer Tafel.
Samstag, 19. September 2015
Auf die Bühne!
Das Schreiben von Geschichten mit allem Drum und Dran (Streichen, Feilen, Verzweifeln, Glücklichsein, ...) ist die eine Seite des Geschäfts, die Werbung für das eigene Werk die andere.
Zur Werbung gehört für Schriftsteller das Lesen vor Publikum. Die Zeiten der sensiblen Genies, die es sich leisten können, unbehelligt von der Welt in ihrer Klause zu hocken, scheinen vorüber. Ausnahmen zählen nicht.
Viele Autorinnen und Autoren haben panische Angst vor dem öffentlichen Auftritt - genauso wie ich vor einem halben Jahr noch.
Dass sich Ängste entwickeln, wenn wir vor den Augen und Ohren anderer etwas leisten müssen, ist nicht ungewöhnlich.
Als Grundschulkind durfte ich ein Schneeflöckchen unter vielen mimen. Ich glaube, wir waren zwei Dutzend kleiner Mädchen in weißem Tüll, die hinter der Bühne auf ihren Auftritt warteten. Der konnte erst einmal nicht stattfinden, weil sich eins der Flöckchen, nämlich ich, übergeben musste. "Das kotzende Schneeflöckchen", mag sich der eine oder andere Zuschauer des dörflichen Weihnachtsspektakels in den Bart gegrinst haben, während meine Mutter und andere Frauen auf den Knien lagen, um die Bescherung vom Boden und den Tüllröcken zu putzen.
Auch in den Jahren danach, die mit weiteren Theaterkatastrophen, Klassenarbeiten und Prüfungen gespickt waren, wurde das Lampenfieber nicht besser. Tränen, Kreislaufschwäche, völliges Verstummen, wasserfallartiger Redefluss, der nichts mit dem abgefragten Thema zu tun hatte, ... ich habe nichts ausgelassen.
Auch meinen Roman wollte ich, als nur noch wenige Kapitel vor mir lagen, nicht beenden. Die Aussicht darauf, ihn vorlesen zu müssen, war unerträglich.
Bis mir die Lösung einfiel: die Vorbereitung mit Profis.
Viola Bauer ist eine von ihnen. Als Schauspielerin, Theaterpädagogin und Autorin weiß sie, worum es auf der Bühne bei einer Lesung geht.
Sie kann hervorragend vortragen und genausogut vermitteln, wie das funktioniert.
Das tut sie jetzt zum zweiten Mal für alle, die Interesse und Bedarf haben im Kurs
Auf die Bühne!
am Samstag, den 24. + Sonntag, den 25. Oktober 2015
jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr in der
Villa Ichon, Raum 2
Goetheplatz 4
28203 Bremen
Der Kurs kostet 15,- Euro und die Teilnehmerzahl ist auf 6 beschränkt.
Meldet euch bis zum 14. Oktober an:
info@literaturkontor-bremen.de oder direkt bei Viola:
rauchzart@gmx.de
Weitere Informationen zu Viola und dem Kurs "Auf die Bühne!" gibt es hier:
http://www.literaturkontor-bremen.de
Diese Vorbereitung, die ich kurz vor meiner ersten Lesung mitmachen durfte, hat mir meine Ängste komplett genommen, und jeder, der einen meiner Auftritte gesehen und gehört hat, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass ich je Schwierigkeiten gehabt habe.
Also ihr Lieben: AUF DIE BÜHNE!
Zur Werbung gehört für Schriftsteller das Lesen vor Publikum. Die Zeiten der sensiblen Genies, die es sich leisten können, unbehelligt von der Welt in ihrer Klause zu hocken, scheinen vorüber. Ausnahmen zählen nicht.
Viele Autorinnen und Autoren haben panische Angst vor dem öffentlichen Auftritt - genauso wie ich vor einem halben Jahr noch.
Dass sich Ängste entwickeln, wenn wir vor den Augen und Ohren anderer etwas leisten müssen, ist nicht ungewöhnlich.
Als Grundschulkind durfte ich ein Schneeflöckchen unter vielen mimen. Ich glaube, wir waren zwei Dutzend kleiner Mädchen in weißem Tüll, die hinter der Bühne auf ihren Auftritt warteten. Der konnte erst einmal nicht stattfinden, weil sich eins der Flöckchen, nämlich ich, übergeben musste. "Das kotzende Schneeflöckchen", mag sich der eine oder andere Zuschauer des dörflichen Weihnachtsspektakels in den Bart gegrinst haben, während meine Mutter und andere Frauen auf den Knien lagen, um die Bescherung vom Boden und den Tüllröcken zu putzen.
Auch in den Jahren danach, die mit weiteren Theaterkatastrophen, Klassenarbeiten und Prüfungen gespickt waren, wurde das Lampenfieber nicht besser. Tränen, Kreislaufschwäche, völliges Verstummen, wasserfallartiger Redefluss, der nichts mit dem abgefragten Thema zu tun hatte, ... ich habe nichts ausgelassen.
Auch meinen Roman wollte ich, als nur noch wenige Kapitel vor mir lagen, nicht beenden. Die Aussicht darauf, ihn vorlesen zu müssen, war unerträglich.
Bis mir die Lösung einfiel: die Vorbereitung mit Profis.
Viola Bauer ist eine von ihnen. Als Schauspielerin, Theaterpädagogin und Autorin weiß sie, worum es auf der Bühne bei einer Lesung geht.
Sie kann hervorragend vortragen und genausogut vermitteln, wie das funktioniert.
Das tut sie jetzt zum zweiten Mal für alle, die Interesse und Bedarf haben im Kurs
Auf die Bühne!
am Samstag, den 24. + Sonntag, den 25. Oktober 2015
jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr in der
Villa Ichon, Raum 2
Goetheplatz 4
28203 Bremen
Der Kurs kostet 15,- Euro und die Teilnehmerzahl ist auf 6 beschränkt.
Meldet euch bis zum 14. Oktober an:
info@literaturkontor-bremen.de oder direkt bei Viola:
rauchzart@gmx.de
Weitere Informationen zu Viola und dem Kurs "Auf die Bühne!" gibt es hier:
http://www.literaturkontor-bremen.de
Diese Vorbereitung, die ich kurz vor meiner ersten Lesung mitmachen durfte, hat mir meine Ängste komplett genommen, und jeder, der einen meiner Auftritte gesehen und gehört hat, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass ich je Schwierigkeiten gehabt habe.
Also ihr Lieben: AUF DIE BÜHNE!
Dienstag, 18. August 2015
Lesung
Es ist die sechste Lesung in Bremen zum Roman.Am Mittwoch, den 16. September 2015 lese ich im Zuge der Veranstaltung "Der blaue Sessel" um 18.00 Uhr in der
Bibliothek Hemelingen "Buche"
Parsevalstr.2
28309 Bremen
Der Eintritt ist frei. Ich sammle lediglich, wie bei den anderen Lesungen auch, Spenden für die Bremer Tafel.
Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Ich freue mich über ein volles Haus, genauso wie die Veranstalterinnen und Betreiberinnen der Buche, die sehr viel Zeit und Herz in ihr Projekt investieren.
Bis dahin herzliche Grüße
Sylvia Meywerk
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