... sind keine kleinen Druckerzeugnisse, sondern Kinder zwischen 4 und 18 Jahren, die ihre eigenen Bücher schreiben, illustrieren und mithilfe von Erwachsenen veröffentlichen.
Bildende Kunst und Schrift treffen sich fantastisch auf
www.buchkinder.de
Wenn das kein Anreiz für Künstler und Pädagogen ist! Ein Vorzeigeprojekt aus Leipzig, das inspiriert.
In Bremen (wie auch in zahlreichen anderen Städten) gibt es Buchkinder-Ableger, die hier 'Orsolibri' und 'Buchkinder Bremen' heißen.
www.orsolibri.de/buchkinderbremen
Kontakt aufnehmen könnt ihr über:
info@orsolibri.de oder per Telefon unter 0421-36485640.
Ich weiß dann schon, womit ich mich nächste Woche beschäftige. Vielleicht treffen wir uns.
Eine wunderbare Woche mit wahrscheinlich relativ vielen möglichen Wetterlagen! Sonne wird unbedingt bevorzugt.
Autorinnenseite für Romane, Kurzgeschichten, Songtexte, Schreibkurse, Kontakte
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Sonntag, 24. April 2016
Sonntag, 3. April 2016
Schreib!
Das ist der Titel einer Veranstaltung, die in der Bremer
Zentralbibliothek
Am Wall 201
28195 Bremen
am
Freitag, den 15. April 2016 von 14.00 - 18.00 Uhr
sattfindet.
Zehn Bremer Schreibgruppen stellen sich vor, Autor-innen halten Vorträge, Lesungen, Workshops, präsentieren sich an Infoständen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und ihr trefft die Akteure im Wall-Saal und im Friedo-Lampe-Raum.
Wer mehr erfahren möchte, klicke bitte hier: Literaturhaus Bremen
Ich freue mich sehr auf diesen Aktionstag und bin als Besucherin dabei.
Zentralbibliothek
Am Wall 201
28195 Bremen
am
Freitag, den 15. April 2016 von 14.00 - 18.00 Uhr
sattfindet.
Zehn Bremer Schreibgruppen stellen sich vor, Autor-innen halten Vorträge, Lesungen, Workshops, präsentieren sich an Infoständen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und ihr trefft die Akteure im Wall-Saal und im Friedo-Lampe-Raum.
Wer mehr erfahren möchte, klicke bitte hier: Literaturhaus Bremen
Ich freue mich sehr auf diesen Aktionstag und bin als Besucherin dabei.
Mittwoch, 6. Januar 2016
Max Frisch ...
... und Rolf Dobelli sind nur zwei von denen, die Fragen stellen. Bringen die Antworten mir mein Selbst näher? Erhöht meine Ehrlichkeit (mir selbst gegenüber) meine schriftstellerischen Qualitäten? Komme ich gar auf neue Ideen für ausgesprochen gute Geschichten?
Im Klappentext zu Rolf Dobellis "Wer bin ich? - 777 indiskrete Fragen" ist zu lesen, dass sich jeder mindestens einmal im Leben diesen Fragen gestellt haben müsse. "Zur diskreten Selbstforschung oder als amüsantes Gesellschaftsspiel."
Dabei bin ich ganz und gar nicht der Meinung, dass meine Antworten für jeden bestimmt sind. Die Vorstellung, in einer mehr oder weniger fröhlichen Runde zu sitzen, um indiskrete Fragen zu beantworten, ist mir eher unangenehm. Andere Fragen dagegen erscheinen mir so harmlos, dass sie mir keine Probleme bereiten. Mir nicht, vielleicht aber einem anderen im Raum.
Wie ist das mit den Fragen - ist jede erlaubt? Ist es in Ordnung, die Antwort zu verweigern oder impliziert das schon die Antwort?
Max Frisch möchte im ersten Teil des "Fragebogen" wissen, ob ich leichter ein Kollektiv oder eine bestimmte Person hasse und außerdem, ob ich lieber allein oder in einem Kollektiv hasse.
Den zweiten Teil widmet er der Ehe. Ich stelle mir beim Lesen Paare vor, die nett beieinander sitzen und ehrlich antworten. Sollte auch Max Frisch die Vorstellung eines Gesellschaftspiels gehabt haben, stand sicher ein Pakt mit mehreren Anwaltskanzleien im Hintergrund. Familien- und Scheidungsrecht.
Dagegen sind die Fragen der Booknerds, die am Wochenende abschließend beantwortet werden, nicht indiskret genug, um einen Bogen darum zu machen. Ein bisschen öffentliche Ehrlichkeit kann auch ich mir leisten.
Im Klappentext zu Rolf Dobellis "Wer bin ich? - 777 indiskrete Fragen" ist zu lesen, dass sich jeder mindestens einmal im Leben diesen Fragen gestellt haben müsse. "Zur diskreten Selbstforschung oder als amüsantes Gesellschaftsspiel."
Dabei bin ich ganz und gar nicht der Meinung, dass meine Antworten für jeden bestimmt sind. Die Vorstellung, in einer mehr oder weniger fröhlichen Runde zu sitzen, um indiskrete Fragen zu beantworten, ist mir eher unangenehm. Andere Fragen dagegen erscheinen mir so harmlos, dass sie mir keine Probleme bereiten. Mir nicht, vielleicht aber einem anderen im Raum.
Wie ist das mit den Fragen - ist jede erlaubt? Ist es in Ordnung, die Antwort zu verweigern oder impliziert das schon die Antwort?
Max Frisch möchte im ersten Teil des "Fragebogen" wissen, ob ich leichter ein Kollektiv oder eine bestimmte Person hasse und außerdem, ob ich lieber allein oder in einem Kollektiv hasse.
Den zweiten Teil widmet er der Ehe. Ich stelle mir beim Lesen Paare vor, die nett beieinander sitzen und ehrlich antworten. Sollte auch Max Frisch die Vorstellung eines Gesellschaftspiels gehabt haben, stand sicher ein Pakt mit mehreren Anwaltskanzleien im Hintergrund. Familien- und Scheidungsrecht.
Dagegen sind die Fragen der Booknerds, die am Wochenende abschließend beantwortet werden, nicht indiskret genug, um einen Bogen darum zu machen. Ein bisschen öffentliche Ehrlichkeit kann auch ich mir leisten.
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Wenn wir alle gut wären
Das ist der Titel einer Kurzgeschichte von Irmgard Keun, die wunderbar zum Jahreswechsel passt. Wenn ihr euch also noch mit guten Vorsätzen plagt, empfehle ich euch das Lesen von "Wenn wir alle gut wären".
Genauso heißt ihr Buch voller satirischer Kurzgeschichten, das 1983 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.
In diesem Artikel von 1979 gibt es weitere Informationen über die Schriftstellerin mit außergewöhnlichem Lebenslauf, die im Februar 111 Jahre alt geworden wäre:
www.zeit.de/1979/47/seele-mit-sektkorken
Vor einigen Wochen hat Birgit Böllinger auf ihrem Blog Sätze&Schätze ebenfalls über Irmgard Keun geschrieben. Wie alle anderen Beiträge von ihr ist auch dieser sehr lesenswert.
Jetzt wünsche ich allen ein wunderbares, gesundes, kreatives Jahr 2016!
Genauso heißt ihr Buch voller satirischer Kurzgeschichten, das 1983 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.
In diesem Artikel von 1979 gibt es weitere Informationen über die Schriftstellerin mit außergewöhnlichem Lebenslauf, die im Februar 111 Jahre alt geworden wäre:
www.zeit.de/1979/47/seele-mit-sektkorken
Vor einigen Wochen hat Birgit Böllinger auf ihrem Blog Sätze&Schätze ebenfalls über Irmgard Keun geschrieben. Wie alle anderen Beiträge von ihr ist auch dieser sehr lesenswert.
Jetzt wünsche ich allen ein wunderbares, gesundes, kreatives Jahr 2016!
Sonntag, 27. Dezember 2015
Arbeit und Gedanken 2
Über viele Schriftsteller-innen habe ich gelesen, dass sie beim Gehen und Wandern die besten Ideen entwickeln können - oder konnten, so wie der Universal-Gelehrte, Schriftsteller, Entdecker, Wissenschaftler, ... John Muir (1838 - 1914), der es so ausdrückt:
"Ich ging nur hinaus, um einen Spaziergang zu machen, und entschloss mich schließlich, bis zum Sonnenuntergang draußen zu bleiben, denn ich erkannte, dass ich beim Hinausgehen in Wirklichkeit nach Innen ging."
Interessant finde ich, was Max Frisch (1911 - 1991) in einem Interview mit Horst Bienek über das ICH sagt:
"... Ganz vordergründig gesprochen: Natürlich ist das Erzähler-Ich nie mein privates Ich, ..., aber vielleicht muss man schon Schriftsteller sein, um zu wissen, dass jedes Ich, das sich ausspricht, eine Rolle ist. Immer. Auch im Leben. Auch in diesem Augenblick. ...
Das ist unheimlich. Wer es weiß, hat Mühe zu leben. Wer es nicht weiß, und zum Glück wissen es die Wenigsten, hat keine Wahl, da er seine Erfindung von sich selbst nicht durchschaut, und seine ganze Kraft dient dazu, Vorkomnisse herbeizuführen, die seine Erfindung bestätigen - beispielsweise seine Erfindung, ein Pechvogel zu sein, ..."
Etwas weiter im Interview:
"Was wir in Wahrheit haben, sind Erfahrungen, Erlebnismuster. Nicht nur, indem wir schreiben, auch indem wir leben, erfinden wir Geschichten, die unser Erlebnismuster ausdrücken, die unsere Erfahrung lesbar machen. ...
Der Vorfall, ein und derselbe, dient hundert verschiedenen Erfahrungen."
Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974) spricht über ihre Arbeit ebenfalls in einem Interview mit Horst Bienek.
"Ich glaube, dass niemand ohne eigene Erfahrungen zu verwenden schreiben kann. Es müssen aber nicht immer ausgewachsene Erlebnisse sein. Es können Keime von Erlebnissen sein, auch Keime von Anlagen und Ansichten, die man in sich trägt und die man literarisch entwickelt."
In ihrem Buch 'Wort für Wort' schreibt Elizabeth George (*1949) in ihrer Einleitung:
"Ich glaube seit langem, dass der Schreibprozess aus zwei unterschiedlichen, aber gleich wichtigen Hälften besteht: Die eine hat etwas mit Kunst zu tun, die andere mit handwerklichem Können. Zweifellos kann man Kunst nicht lehren ... Doch es ist lächerlich und kurzsichtig zu glauben, dass man die Grundzüge der Erzählkunst nicht lehren kann."
Mit diesem kleinen Strauß schriftstellerischer Meinungen verabschiede ich mich in die nächste Woche.
"Ich ging nur hinaus, um einen Spaziergang zu machen, und entschloss mich schließlich, bis zum Sonnenuntergang draußen zu bleiben, denn ich erkannte, dass ich beim Hinausgehen in Wirklichkeit nach Innen ging."
Interessant finde ich, was Max Frisch (1911 - 1991) in einem Interview mit Horst Bienek über das ICH sagt:
"... Ganz vordergründig gesprochen: Natürlich ist das Erzähler-Ich nie mein privates Ich, ..., aber vielleicht muss man schon Schriftsteller sein, um zu wissen, dass jedes Ich, das sich ausspricht, eine Rolle ist. Immer. Auch im Leben. Auch in diesem Augenblick. ...
Das ist unheimlich. Wer es weiß, hat Mühe zu leben. Wer es nicht weiß, und zum Glück wissen es die Wenigsten, hat keine Wahl, da er seine Erfindung von sich selbst nicht durchschaut, und seine ganze Kraft dient dazu, Vorkomnisse herbeizuführen, die seine Erfindung bestätigen - beispielsweise seine Erfindung, ein Pechvogel zu sein, ..."
Etwas weiter im Interview:
"Was wir in Wahrheit haben, sind Erfahrungen, Erlebnismuster. Nicht nur, indem wir schreiben, auch indem wir leben, erfinden wir Geschichten, die unser Erlebnismuster ausdrücken, die unsere Erfahrung lesbar machen. ...
Der Vorfall, ein und derselbe, dient hundert verschiedenen Erfahrungen."
Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974) spricht über ihre Arbeit ebenfalls in einem Interview mit Horst Bienek.
"Ich glaube, dass niemand ohne eigene Erfahrungen zu verwenden schreiben kann. Es müssen aber nicht immer ausgewachsene Erlebnisse sein. Es können Keime von Erlebnissen sein, auch Keime von Anlagen und Ansichten, die man in sich trägt und die man literarisch entwickelt."
In ihrem Buch 'Wort für Wort' schreibt Elizabeth George (*1949) in ihrer Einleitung:
"Ich glaube seit langem, dass der Schreibprozess aus zwei unterschiedlichen, aber gleich wichtigen Hälften besteht: Die eine hat etwas mit Kunst zu tun, die andere mit handwerklichem Können. Zweifellos kann man Kunst nicht lehren ... Doch es ist lächerlich und kurzsichtig zu glauben, dass man die Grundzüge der Erzählkunst nicht lehren kann."
Mit diesem kleinen Strauß schriftstellerischer Meinungen verabschiede ich mich in die nächste Woche.
Donnerstag, 24. Dezember 2015
Arbeit und Gedanken 1
Während ich bekocht werde, darf ich mich vor meinem Computer vergnügen und überbrücke die Zeit bis zum Essen damit, euch kurze Einblicke in die Arbeit bekannter Autoren zu gewähren.
Harry Mulisch (1927 - 2010) hat es anscheinend mit den Prämissen seiner Werke nicht übertrieben, was beweist, dass die Notwendigkeit einer solchen nicht in Stein gemeißelt ist.
"Und erst, wenn das Ding fertig ist, sagt man: 'Ah, dieser Roman handelt von Schuld und Sühne', oder so etwas." (H. Mulisch)
Und da bin ich schon beim passenden zweiten Zitat von Harry Mulisch:
"Ich denke überhaupt, beim Schreiben ist das Wichtigste, dass man seine eigene Intuition ernst nimmt."
Für ihn stehen die Figuren vor der Handlung, aber das ist eben auch nur eine Möglichkeit der Herangehensweise an einen Text.
Marcel Beyer (*1965) sagt in Zusammenhang mit seinem Roman 'Flughunde':
"Nach vier Jahren Arbeit an dem Roman komme ich erst selber so langsam dahinter: Mir wird klar, dass bestimmte Verhaltensweisen und Erfahrungen - und wie man mit denen umgeht, zum Beispiel mit Reden und Schweigen -, dass das auch durch die Generationen weitergetragen wird. Selbst, wenn ich nicht in dieser Zeit gelebt habe, trage ich doch Spuren davon in mir."
In seinem Roman beschreibt M. Beyer seine Figur Karnau, die an Menschenversuchen beteiligt ist, anfangs aber seriös und harmlos erscheint.
"Aber diese Verdopplung der Person, dass er eben auf der anderen Seite ein ganz normaler Mensch ist, ... das hinzukriegen und das auch beim Schreiben auszuhalten, das war eigentlich das Schwierigste."
Ihn erstaunt am Ende seiner Arbeit die Erkenntnis, dass Menschen, die im Dritten Reich Schreckliches getan haben, diese Tatsache tatsächlich erfolgreich verdrängen oder einfach vergessen.
Pavel Kohout (*1928) macht sich ebenfalls Gedanken über die Ursachen von Verbrechen:
"Das Schreckliche ist doch, dass es immer wieder ganz normale Leute sind, die sich zu soetwas verführen lassen. Die Haut der menschlichen Zivilisation ist offenbar nach wie vor so dünn, dass sie bei der kleinsten Erschütterung zerreißt, und darunter sind dann die schlimmsten Atavismen."
Sarah Kirsch (1935 - 2013) antwortet auf die Frage, ob sie eine 'Dorfschreiberin' sei:
"Nein. Es gibt von Jossif Brodskij, dem russischen Dichter, der in Amerika lebt, ein schönes Wort - in dem er sagt, dass man am ausgefransten Rand der Provinz das Muster des Teppichs am besten erkennen kann."
Die Zitate habe ich dem Buch
'Von Autoren und Büchern - Klaus Bednarz und Gisela Marx im Gespräch mit Schriftstellern', Hoffmann und Campe, 1997
entnommen.
Damit schließe ich und wünsche denen, die Heiligabend und Weihnachten feiern, ein wunderbares Fest, allen anderen ein angenehmes, langes Wochenende!
Harry Mulisch (1927 - 2010) hat es anscheinend mit den Prämissen seiner Werke nicht übertrieben, was beweist, dass die Notwendigkeit einer solchen nicht in Stein gemeißelt ist.
"Und erst, wenn das Ding fertig ist, sagt man: 'Ah, dieser Roman handelt von Schuld und Sühne', oder so etwas." (H. Mulisch)
Und da bin ich schon beim passenden zweiten Zitat von Harry Mulisch:
"Ich denke überhaupt, beim Schreiben ist das Wichtigste, dass man seine eigene Intuition ernst nimmt."
Für ihn stehen die Figuren vor der Handlung, aber das ist eben auch nur eine Möglichkeit der Herangehensweise an einen Text.
Marcel Beyer (*1965) sagt in Zusammenhang mit seinem Roman 'Flughunde':
"Nach vier Jahren Arbeit an dem Roman komme ich erst selber so langsam dahinter: Mir wird klar, dass bestimmte Verhaltensweisen und Erfahrungen - und wie man mit denen umgeht, zum Beispiel mit Reden und Schweigen -, dass das auch durch die Generationen weitergetragen wird. Selbst, wenn ich nicht in dieser Zeit gelebt habe, trage ich doch Spuren davon in mir."
In seinem Roman beschreibt M. Beyer seine Figur Karnau, die an Menschenversuchen beteiligt ist, anfangs aber seriös und harmlos erscheint.
"Aber diese Verdopplung der Person, dass er eben auf der anderen Seite ein ganz normaler Mensch ist, ... das hinzukriegen und das auch beim Schreiben auszuhalten, das war eigentlich das Schwierigste."
Ihn erstaunt am Ende seiner Arbeit die Erkenntnis, dass Menschen, die im Dritten Reich Schreckliches getan haben, diese Tatsache tatsächlich erfolgreich verdrängen oder einfach vergessen.
Pavel Kohout (*1928) macht sich ebenfalls Gedanken über die Ursachen von Verbrechen:
"Das Schreckliche ist doch, dass es immer wieder ganz normale Leute sind, die sich zu soetwas verführen lassen. Die Haut der menschlichen Zivilisation ist offenbar nach wie vor so dünn, dass sie bei der kleinsten Erschütterung zerreißt, und darunter sind dann die schlimmsten Atavismen."
Sarah Kirsch (1935 - 2013) antwortet auf die Frage, ob sie eine 'Dorfschreiberin' sei:
"Nein. Es gibt von Jossif Brodskij, dem russischen Dichter, der in Amerika lebt, ein schönes Wort - in dem er sagt, dass man am ausgefransten Rand der Provinz das Muster des Teppichs am besten erkennen kann."
Die Zitate habe ich dem Buch
'Von Autoren und Büchern - Klaus Bednarz und Gisela Marx im Gespräch mit Schriftstellern', Hoffmann und Campe, 1997
entnommen.
Damit schließe ich und wünsche denen, die Heiligabend und Weihnachten feiern, ein wunderbares Fest, allen anderen ein angenehmes, langes Wochenende!
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Spiegel
Noch immer beim Thema der Spiegelungen bekommt ihr die Gedanken(splitter) zweier Schriftsteller zu lesen. Natürlich geht es auch einfacher. Meine Ideen dazu sind es, aber ein bisschen Futter für unser Hirn schadet sicher nicht.
Ich verfolge mich, ich antworte mir, ich
spiegele und strahle mich zurück, ich schaudre
vor der Unendlichkeit der Spiegel -
ich bin aus Glas.
Paul Valéry, Monsieur Teste, 1925
Manchmal sieht uns am Abend ein Gesicht
Aus dunkler Tiefe an in einem Spiegel:
Die Kunst muss sein wie dieser Spiegel,
Enthüllend uns das eigene Gesicht.
Jorge Luis Borges, Ars poetica
Ich verfolge mich, ich antworte mir, ich
spiegele und strahle mich zurück, ich schaudre
vor der Unendlichkeit der Spiegel -
ich bin aus Glas.
Paul Valéry, Monsieur Teste, 1925
Manchmal sieht uns am Abend ein Gesicht
Aus dunkler Tiefe an in einem Spiegel:
Die Kunst muss sein wie dieser Spiegel,
Enthüllend uns das eigene Gesicht.
Jorge Luis Borges, Ars poetica
Samstag, 12. Dezember 2015
Autor-in werden
Wer will wissen, wie es geht?
Da bekanntlich viele Wege überall hinführen, hier gleich mehrere Interviews zum Thema:
Wie wird man Autor?
Christoph Gurk interviewt im BR den Schriftsteller Axel Roitzsch, dessen Werdegang er 2014 für einige Monate begleitet hat.
Cornelius Hartz gehört das Blog kapitel eins. Hier interviewt er regelmäßig Autor-innen.
Nur noch im Antiquariat zu kaufen sind die
Werkstattgespräche mit Schriftstellern von Horst Bienek, dtv 1965
und
Von Autoren und Büchern, Klaus Bednarz und Gisela Marx im Gespräch mit Schriftstellern,
Hoffmann und Campe 1997
Horst Bienek interviewt Alfred Andersch, Heinrich Böll, Elias Canetti, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Gerd Gaiser, Uwe Johnson, Marie Luise Kaschnitz, Hermann Kesten, Wolfgang Koeppen, Wilhelm Lehmann, Robert Neumann, Hans Erich Nossack, Friedrich Sieburg, Martin Walser, Carl Zuckmayer - eine manchmal recht knorrige Generation, die erlebt hat, was die meisten von uns nur aus Geschichtsbüchern kennen.
Im zweiten Buch sind Gespräche von Klaus Bednarz und Gisela Marx mit verschiedenen Autorinnen und Autoren aufgezeichnet. Entstanden sind sie zur Frankfurter Buchmesse in den Jahren von 1990 bis 1996 bei der Veranstaltung "Literatur im Römer". Die Interviews nehmen Bezug auf das jeweils neue, auf der Messe vorgestellte Buch
Gesprächspartner sind Harry Mulisch, Dietrich Schwanitz, Robert Gernhard, Lew Kopelew, Heiner Müller, Andrzej Szczypiorski, Franca Magnani, Marcel Beyer, Gila Lustiger, Pavel Kohout, Wolf Biermann, Jewgenij Jewtuschenko, Klaus Harprecht, Peter Härtling, Carola Stern, Sarah Kirsch, Leonie Ossowski, Robert Menasse, Colm Tóibín, Eva Demski, Keto von Waberer, Ingrid Noll, Michael Ondaatje, Lars Gustafsson, Katja Lange-Müller, Hans Joachim Schädlich, Thomas Kling, Wolfgang Niedecken, Durs Grünbein, Reinhard Kaiser, Barbara Cowdy, Josef Winkler, Herta Müller, Patrick Roth, Joseph von Westphalen, Tilman Spengler und Peter Rühmkorf.
Da bekanntlich viele Wege überall hinführen, hier gleich mehrere Interviews zum Thema:
Wie wird man Autor?
Christoph Gurk interviewt im BR den Schriftsteller Axel Roitzsch, dessen Werdegang er 2014 für einige Monate begleitet hat.
Cornelius Hartz gehört das Blog kapitel eins. Hier interviewt er regelmäßig Autor-innen.
Nur noch im Antiquariat zu kaufen sind die
Werkstattgespräche mit Schriftstellern von Horst Bienek, dtv 1965
und
Von Autoren und Büchern, Klaus Bednarz und Gisela Marx im Gespräch mit Schriftstellern,
Hoffmann und Campe 1997
Horst Bienek interviewt Alfred Andersch, Heinrich Böll, Elias Canetti, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Gerd Gaiser, Uwe Johnson, Marie Luise Kaschnitz, Hermann Kesten, Wolfgang Koeppen, Wilhelm Lehmann, Robert Neumann, Hans Erich Nossack, Friedrich Sieburg, Martin Walser, Carl Zuckmayer - eine manchmal recht knorrige Generation, die erlebt hat, was die meisten von uns nur aus Geschichtsbüchern kennen.
Im zweiten Buch sind Gespräche von Klaus Bednarz und Gisela Marx mit verschiedenen Autorinnen und Autoren aufgezeichnet. Entstanden sind sie zur Frankfurter Buchmesse in den Jahren von 1990 bis 1996 bei der Veranstaltung "Literatur im Römer". Die Interviews nehmen Bezug auf das jeweils neue, auf der Messe vorgestellte Buch
Gesprächspartner sind Harry Mulisch, Dietrich Schwanitz, Robert Gernhard, Lew Kopelew, Heiner Müller, Andrzej Szczypiorski, Franca Magnani, Marcel Beyer, Gila Lustiger, Pavel Kohout, Wolf Biermann, Jewgenij Jewtuschenko, Klaus Harprecht, Peter Härtling, Carola Stern, Sarah Kirsch, Leonie Ossowski, Robert Menasse, Colm Tóibín, Eva Demski, Keto von Waberer, Ingrid Noll, Michael Ondaatje, Lars Gustafsson, Katja Lange-Müller, Hans Joachim Schädlich, Thomas Kling, Wolfgang Niedecken, Durs Grünbein, Reinhard Kaiser, Barbara Cowdy, Josef Winkler, Herta Müller, Patrick Roth, Joseph von Westphalen, Tilman Spengler und Peter Rühmkorf.
Freitag, 11. September 2015
Christoph ist verschwunden
Jutta Reichelt ist Schriftstellerin und lebt in Bremen. Genauso lange wie ich.
Aber nicht nur das verbindet mich mit ihr. Die Texte, die sie schreibt, gefallen mir so gut, dass ich sie immer wieder lese.
Einer dieser Texte heißt "Wiederholte Verdächtigungen", Juttas Roman, der im Frühjahr 2015 erschienen ist. In dem Roman verschwindet Christoph und lässt Katharina ratlos zurück.
Juttas erster Satz, an dem sie sehr hing und der unbedingt am Anfang des Buches stehen sollte, lautete "Christoph ist verschwunden". Im Laufe der Überarbeitung wurde er aber gestrichen.
So ist das. Texte, manchmal nur Fragmente, die uns Autoren lieb und wertvoll sind, als Herzstück der Geschichte dienen sollen, fallen plötzlich dem Korrekturstift zum Opfer. Meistens müssen wir einsehen, dass die Lektoren klüger sind. Oder mächtiger. Oder doof und ungerecht, doch dann bleibt das Buch eventuell in der Schublade.
Für diesen einen Satz (CHRISTOPH IST VERSCHWUNDEN) hat Jutta eine spannende Lösung gefunden, konnte sich entscheiden, ihren Schatz freizugeben, und zwar für alle, die sich Gedanken über Christoph machen wollen.
In Juttas Blog "Über das Schreiben von Geschichten" könnt ihr mehr erfahren: juttareichelt.com
Morgen gibt es hier im Blog meine Version von Christophs Verschwinden. Denn ich habe ihn gesehen und weiß sicher, wo er geblieben ist.
Bis dahin wünsche ich euch allen viel Vergnügen beim Suchen und Finden von Christoph.
Aber nicht nur das verbindet mich mit ihr. Die Texte, die sie schreibt, gefallen mir so gut, dass ich sie immer wieder lese.
Einer dieser Texte heißt "Wiederholte Verdächtigungen", Juttas Roman, der im Frühjahr 2015 erschienen ist. In dem Roman verschwindet Christoph und lässt Katharina ratlos zurück.
Juttas erster Satz, an dem sie sehr hing und der unbedingt am Anfang des Buches stehen sollte, lautete "Christoph ist verschwunden". Im Laufe der Überarbeitung wurde er aber gestrichen.
So ist das. Texte, manchmal nur Fragmente, die uns Autoren lieb und wertvoll sind, als Herzstück der Geschichte dienen sollen, fallen plötzlich dem Korrekturstift zum Opfer. Meistens müssen wir einsehen, dass die Lektoren klüger sind. Oder mächtiger. Oder doof und ungerecht, doch dann bleibt das Buch eventuell in der Schublade.
Für diesen einen Satz (CHRISTOPH IST VERSCHWUNDEN) hat Jutta eine spannende Lösung gefunden, konnte sich entscheiden, ihren Schatz freizugeben, und zwar für alle, die sich Gedanken über Christoph machen wollen.
In Juttas Blog "Über das Schreiben von Geschichten" könnt ihr mehr erfahren: juttareichelt.com
Morgen gibt es hier im Blog meine Version von Christophs Verschwinden. Denn ich habe ihn gesehen und weiß sicher, wo er geblieben ist.
Bis dahin wünsche ich euch allen viel Vergnügen beim Suchen und Finden von Christoph.
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